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Pressebericht Mannheimer Morgen vom 17. März 2026

Pressebericht Mannheimer Morgen vom 16. März 2026

So war das Benefizkonzert des Mannheimer Polizeiorchesters im Luisenpark

Beim Frühlingskonzert des Deutsch-Amerikanischen Frauenarbeitskreises (DAFAK) stimmte das Mannheimer Polizeimusikkorps auf die neue, hoffentlich bald kommende Jahreszeit ein. Aber auch Probleme kamen zur Sprache.

Mannheim. Erste Frühlingsboten blühten im Luisenpark auf dem Weg zum Baumhain, und Innen konnten über 550 Zuhörer das Wachstum der Pflanzen förmlich hören: Mit dem spanischen Lied „Como la Flor“ („Wie die Blume“) vertonte das Polizeiorchester Mannheim beim Frühlingskonzert des Deutsch-Amerikanischen Frauenarbeitskreises (DAFAK) den Lebenszyklus der Blüten und stimmte auf die neue, hoffentlich bald kommende Jahreszeit ein.

„Noch ist es ja ein Frühlingskonzert bei winterlichen Temperaturen“, so Alexandra Götz, die DAFAK-Präsidentin, zur Eröffnung des Konzerts. Doch die Einnahmen dieses, von Renate Brödel und Edgar Lauer organisierten Nachmittags seien ebenso wichtig wie die Erlöse des Pfennigbasars für den Sozialfonds, aus dem der 1951 gegründete DAFAK ehrenamtlich viele Projekte für Kinder, Jugendliche, Senioren und Menschen in Not unterstützt. Mit 50.000 bis 60.000 Euro sei in diesem Jahr zu rechnen – eine Zahl, für die Götz ebenso kräftigen Beifall erhielt wie für ihren Dank an Oberbürgermeister Christian Specht. Er mache möglich, dass der DAFAK den Baumhain „zu günstigen Konditionen“ nutzen könne.

Frauen sind wegen Trump „hin- und hergerissen“

Schließlich zeigten die Damen ja auch „ein großartiges Engagement“, dankte der Oberbürgermeister. Doch dass zum Konzert-Auftakt nach alter DAFAK-Tradition außer der deutschen auch die amerikanische Nationalhymne ertönte, interpretierten Götz und Specht durchaus etwas unterschiedlich. Der OB beschwor zwar die „unverbrüchliche Freundschaft“ zu Amerika, fügte aber an: „Egal, wer Präsident ist. Auch wenn es manchmal schwerfällt.“ „Er ist ja auch in den Iran einmarschiert, um Frauen zu befreien“, meinte dagegen Alexandra Götz: „Wir sind da hin- und hergerissen.“

Von der Musik mitgerissen waren dann aber wieder die Zuhörer. Von Anja Leukert kenntnisreich, charmant und amüsant moderiert, bewies das Polizeiorchester unter Leitung von Wolfgang Rothenheber eine unglaubliche musikalische Vielfalt. Vizedirigent Matthias Klingler hatte sogar ein Medley mit Filmmusik japanischer Anime-Filme mit den uniformierten Musikern einstudiert. Zudem nahm das Orchester die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise in die untergegangene Stadt Atlantis, wo kraftvolle Bläser- und Schlagwerk-Klänge die sich über den Mauern ergießenden Fluten symbolisierten, oder hinauf auf den Mount Everest.

Eine schwungvolle Polka erklangen ebenso wie Rock und Jazz mit Titeln der Band Blood Sweat und Tears, Blues- und Latinrhythmen. Das Publikum durfte mit „Meine Lippen, die küssen, so heiß“ in Operettenseligkeit schwelgen, aber auch eine Uraufführung erleben: Thorsten Rheinau hatte das Stück „Eskapaden“ eigens für Solo-Klarinettist Manfred Hildebrand, komponiert.

Doch die musikalische Qualität, ja die Auftritte überhaupt seien nicht möglich ohne Unterstützung, betonte Markus Waltenberger, erster Vorsitzender vom Förderverein, „nachdem das Land uns den Geldhahn abgedreht hat“. Umso mehr dankte er dem früheren Polizeipräsidenten Thomas Köber. „Ohne sein unermüdliches Engagement wären wir nicht da, wo wir sind“, meinte er.

Von Peter W. Ragge

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